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Was macht eigentlich ein/e Keramiker/in?

25. August 2016

Türen in ganz Europa stehen offen, wenn du den interessanten, kreativen Beruf als Keramiker/in EFZ erlernt hast. Aber die Ausbildungsplätze und die Plätze an der Berufsfachschule in Bern müssen erkämpft werden. Für die Aufnahme ist eine Mappe mit gestalterischen Arbeiten vorzubereiten. Neben ein grossen Portion Talent heisst es Ehrgeiz und Durchhaltevermögen mitzubringen. Gerne werden Bewerber genommen, die schon etwas älter sind. Deshalb ist diese Ausbildung auch als Zweitausbildung für artverwandte Berufe ideal, beispielsweise für eine Umschulung von Töpfer/in oder Keramikmaler/in in die Fachrichtung Keramiker/in EFZ. 

Der richtige Typ

In diesem Beruf wird viel abverlangt. Begabung ist die eine Sache, Zeichnen und Gestalten, das künstlerische Gefühl für Formen und Farben müssen dir gegeben sein. Neues zu schaffen sollte dir Spass bereiten, und du musst in der Lage sein Zeichnungen und Dreidimensionales jeweils umzusetzen. Grundlage eines jeden kreativen Berufes ist aber auch das Handwerk. Dazu braucht es Ausdauer, Misserfolge werden nicht ausbleiben. Schritt für Schritt muss die Basis erarbeitet werden, auf der die Kunst ihren Raum findet. Eine ausgeprägt gute Feinmotorik wird bei den Auszubildenden ebenfalls vorausgesetzt. Dazu kommen körperliche Voraussetzungen, oft muss länger in ein- und derselben Position gearbeitet werden, die Arbeitsstoffe könnten beim Bearbeiten bei empfindlichen Personen zu Reizen führen. 


Ausbildungsbetrieb oder Schule?

Damit die Lehrstellensuche erfolgreich wird, ist ein Abschluss der Volksschule Voraussetzung. Die wenigen Plätze für eineLehre in keramischen Betrieben sind begehrt. Vier lange Jahre dauert dort die Lehre, die Berufsschule wird jede Woche an eineinhalb Tagen besucht. Eine Alternative zur Ausbildung im Betrieb ist der Besuch der Fachschule - in Vollzeit - für Gestaltung in Bern, Genf oder Vevey, hier wartet am Ende der Ausbildung zusätzlich ein Schuldiplom auf die Absolventen. Gute Französischkenntnisse sind für die Absolventen von Vorteil. Durch den Besuch des Vorkurses an den Fachschulen werden die Chancen zum Bestehen der Aufnahmeprüfung erhöht. Zum Unterricht gehören neben dem Entwerfen und dem Gestalten der Projekte für den späteren Berufsweg wichtige Fächer wie die Präsentation der Objekte und Grundlagen, wie man richtig dafür und für sich wirbt. Kaufmännisches Wissen, das ausgelernten Keramikern das Führen einer - vielleicht sogar der eigenen - Werkstatt ermöglicht, steht ebenfalls auf dem Stundenplan.


In- und Ausland bieten Weiterbildung

Wer neben der anspruchsvollen Ausbildung oder dem Schulbesuch noch genügend Energie aufweist und über Erfolge in Praxis und Theorie verfügt, kann parallel die Berufsmatura erwerben. Mit verschiedenen Kursen, die von den Schulen oder der Arbeitsgemeinschaft Schweizer Keramik ASK angeboten werden, lassen sich Können und Fachwissen vertiefen. Weitere Fortbildungsmöglichkeiten sind der Besuch der Höheren Fachschule mit dem Abschluss Dipl. Gestalter/in HF oder der Erwerb des Bachelor of Arts an der Fachhochschule. Studiengänge können auch in Deutschland besucht werden, ebenso die Fachschule für Keramik in Landshut, wo der Meistertitel erworben wird. 


Der Arbeitsalltag als Keramiker/in EFZ

Nach soviel Theorie nun zur Praxis, zum Aufgabenbereich des Keramikers oder der Keramikerin EFZ. Ganz klar steht das Fertigen von Keramik im Vordergrund. Industriekeramiker werden sich mehr mit dem Herstellen von Bau- und Gebrauchskeramik befassen, in anderen Ausbildungsstätten werden Kunstobjekte produziert. Oberflächen- und Brenntechniken gehören ebenfalls zum Wissen, das Auszubildende erwerben. Auch Aspekte wie die Verfolgung von Trends auf dem Markt, die Zusammenarbeit mit anderen Kreativen und Handwerkern sind für Keramiker wichtig. Technologie fliesst ein, schliesslich müssen Maschinen und Geräte am Laufen und Funktionieren gehalten werden. Ebenfalls wichtig für einen späteren Jobwechsel oder der Gründung einer eigenen Werkstatt sind administrative Aufgaben. Wareneinkauf, Lagerung, Kalkulation sind deshalb unentbehrliche Lernfächer.


Jobangebote und Lehrstellen

Findet die Ausbildung als Keramiker/in EFZ in einem Betrieb statt, wird ein niedriges, eher symbolisches Lehrlingsgehalt bezahlt. Industriekeramiker erhalten je nach Ausbildungsjahr einen Betrag von 300 Franken bis 555 Franken. Wie viel Geld später in diesem Traumjob zu erhalten ist, hängt davon ab, ob man auf Jobsuche sich für einen grossen Betrieb entscheidet, in einer kleinen Werkstatt am Schaffen sein wird oder sich vielleicht sogar selbstständig machen möchte. Geeignete Jobangebotefür die Ostschweiz findest du, wenn du aufmerksam die Stelleninserate auf www.ostjob.ch studierst.

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