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Körpersprache im Bewerbungsgespräch - das sollten Sie wissen

Veröffentlicht am 23.12.2020 von Fredy Pillinger
Körpersprache
Nicht nur die verbale Kommunikation spielt beim Vorstellungsgespräch eine massgebliche Rolle. Das gilt auch für die nonverbale Kommunikation. Gemeint ist die Körpersprache, zu der die Körperhaltung sowie Mimik und Gestik gehören. Worauf Personaler achten und mit welchen Verhaltensweisen Sie sich ins Aus katapultieren - wir haben die wichtigsten Informationen für Sie zusammengefasst.
Körpersprache im Vorstellungsgespräch: Die Bewerbungssituation für unterschiedliche Berufsgruppen
Einen allgemeingültigen Verhaltenskodex gibt es für Bewerbungssituationen nicht. Stattdessen ist die Körpersprache eng mit der angestrebten Tätigkeit verbunden. Als Führungskraft werden Sie sich im Vorstellungsgespräch anders verhalten als beispielsweise ein Möbelpacker, ein Fitnesstrainer oder ein Einzelhandelskaufmann. Entscheidend ist, dass Ihre Körpersprache mit dem, was Sie sagen, im Einklang steht. Während bei einem Fitnesstrainer die Fähigkeit, gut zu erklären und Freude an Sport im Vordergrund stehen, kommt es bei einer Führungskraft auf glaubwürdiges, seriöses und kompetentes Auftreten an. Verkäufer wiederum sollten freundlich auf Menschen zugehen können und ein gepflegtes Äusseres haben. Das sind nur einige der Merkmale, die sich je nach Berufsgruppe unterscheiden. Wer als Fitnesstrainer oder Möbelpacker überzeugend auftritt, wird mit derselben Körpersprache wohl nicht punkten können, wenn es um die Besetzung einer Führungsposition im Management geht. Insoweit kommt es auf die jeweilige Situation und die im jeweiligen Job geforderten Charaktermerkmale an.
 
Körpersprache in den verschiedenen Phasen eines Bewerbungsgesprächs
Während eines Vorstellungsgesprächs kommt es darauf an, viele unterschiedliche Emotionen in den jeweiligen Phasen und Situationen glaubwürdig zu vermitteln. Zu Beginn sollten Sie im Rahmen der Begrüssung offen und sympathisch wirken. Im Laufe des Vorstellungsgesprächs kommt es, abhängig von den gestellten Fragen, unter anderem auf Durchsetzungsfähigkeit an, auf Vertrauenswürdigkeit, fachliche Kompetenz, die Fähigkeit zu analytischem Denken sowie darauf, Lösungen für Probleme zu finden und eigene Ideen zu entwickeln. Die Aussagen eines Bewerbers werden von der entsprechenden Mimik und Gestik und von der Körperhaltung begleitet. Für Personaler entscheidend und deutlich sichtbar wird, ob zwischen den verbalen und nonverbalen Aussagen eine Harmonie besteht. Körpersprache und Worte offenbaren einem Personaler in der Summe, ob der jeweilige Bewerber authentisch agiert oder nicht.
 
Die Authentizität ist nur dann sichergestellt, wenn Sie hinter dem stehen, was Sie sagen. In diesem Fall harmonisieren verbale und nonverbale Kommunikation miteinander, ohne dass es eines Trainings oder einer grossartigen Vorbereitung bedarf.
 
Tipps für die Wahrung der Authentizität:
 
  1. Vergegenwärtigen Sie sich vor dem Vorstellungsgespräch, wie Sie normalerweise über Erlebnisse bei Freunden und Bekannten berichten. Es kann durchaus sinnvoll sein, dieses Verhalten zu filmen und sich anzusehen. Auf diese Weise lernen Sie Ihre Körpersprache besser kennen und werden feststellen, dass sie in unbelasteten Situationen von alleine fliesst, ohne dass Sie sich Verhaltensweisen antrainieren müssten.
  2. Energie und Aufmerksamkeit zeigen Sie im Vorstellungsgespräch, wenn Sie beim Sprechen die Augenbrauen für einen kurzen Moment anheben. Das verleiht dem Gesagten Ausdruck und gestaltet Ihren Beitrag abwechslungsreich. 
  3. Spielen Sie mit dem Wechsel zwischen einer aufrechten und unbewegten Körpersprache und einer flexiblen und bewegten Körpersprache. Passen Sie Ihre Gestik der Dynamik oder dem statischen Zustand an. Das wirkt nicht nur stabil, sondern vermittelt dem Personaler, dass Sie in dem, was Sie tun, sicher sind und dass man sich auf Sie verlassen kann. 
  4. Versuchen Sie nicht, in einem Bewerbungsgespräch perfekt zu sein. Unterlassen Sie es, an mögliche Fehler zu denken oder daran, was Sie nicht tun sollten. Verlassen Sie sich stattdessen auf sich selbst und zeigen Sie im Vorstellungsgespräch, wie vielseitig Sie verbal und nonverbal sind. 
Vom Umgang mit der Nervosität im Vorstellungsgespräch
Die meisten Bewerber kämpfen vor dem Bewerbungsgespräch mit Ihrer Nervosität. Um damit besser umgehen zu können, sollten Sie wissen, dass Nervosität eine schützende Funktion im menschlichen Körper ausübt. Nervosität hat durchaus positive Wirkungen: Sie fördert die Aufmerksamkeit und damit die Konzentrationsfähigkeit. Stresshormone werden ausgeschüttet und der Körper in Alarmbereitschaft versetzt, was wiederum die Reaktionsschnelligkeit erhöht. So betrachtet wirkt sich Nervosität sehr positiv auf ein Vorstellungsgespräch aus, weshalb Sie nicht versuchen sollten, sie zu unterdrücken. Sollten Sie sich im Gespräch verhaspeln, so macht das gar nichts, wenn Sie einfach zugeben, dass Sie nervös sind. Niemand wird Ihnen das übel nehmen. Stattdessen werden Ihre Offenheit und Ehrlichkeit mit Sympathie honoriert.