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Frauen im Job: in der Schweiz ideal bezahlt?

Veröffentlicht am 29.01.2021 von Fredy Pillinger
Frauenquote
Sind Frauen in der Schweiz im beruflichen Bereich gleichberechtigt? In Sachen Führungsposition? In Sachen Einkommen? Die Diskussion ist so alt, wie Frauen im Arbeitsleben aktiv sind. Und natürlich ist auch der Vergleich zwischen den Eidgenossen und den anderen Ländern in Europa. Das Wichtigste ist in diesem Überblick für Sie zusammengefasst.
Das Aktienrecht - heute frauenfreundlicher
Das Schweizer Aktienrecht hat den Plan, dass Frauen im Job noch besser berücksichtigt werden. So sollen Frauenanteile 30 % im Verwaltungsrat und 20 % bei der Geschäftsleitung der Unternehmen ausmachen. Solche Regeln sind schon seit 2013 für Unternehmen mit Börsennotierung gültig. Und auch wenn die Nichteinhaltung nicht umfassend mit Sanktionen betraft wird - die Frauen können sich über einen höheren Frauenanteil freuen. Auch der Nachwuchs unter den Frauen ist am Start: 50 % der Studierenden sind Frauen (in der EU über 54 %). Und im Talentpool für Chefpositionen verbessert sich der Frauenanteil ebenfalls erfreulich: Er ist aber abhängig von der Branche - mit dem Spitzenreiter der Immobilienfirmen, die mit 45 % die meisten Frauen im Talentpool rekrutiert haben. Weibliche CEOs sind bislang aber noch nicht präsent.
 
Kriterien für die Gleichstellung der Frauen im Beruf
Ein wichtiger Faktor ist in diesem Zusammenhang die Erwerbstätigenquote. Die Frauen in der Schweiz sind dabei top: In Europa haben sie sich mit 76 % sogar Platz 1 gesichert. Im Durchschnitt der EU sind es mit 60,4 %. Und in einem anderen Wert ist die Schweiz ebenfalls führend - bei der Teilzeitquote. Für Frauen ist Teilzeit nicht selten das Mittel, mit denen sie flexibel Beruf und Familie verbinden. Doch Teilzeit bedeutet natürlich auch weniger Einkommen und nicht selten auch weniger Karriere, da sie weniger gut für Projekte und Chefposten geeignet ist.
 
Was Frauen verdienen - und was sie verdienen

Die Überschrift ist provokant. Aber sie beschreibt, dass immer noch Frauen bei gleicher Arbeit weniger verdienen als männliche Kollegen. Bei etwa 20 % der berufstätigen Frauen in der Schweiz ist das so. In Europa ist die Schweiz damit überdurchschnittlich beheimatet. Der Durchschnitt ist 16,3 %. Deutsche Frauen (21,6 %) und spanische Arbeitnehmerinnen werden ebefalls in hohem Maße nicht so gut bezahlt. In Slowenien ist es anders: Nur 3,2 % Frauen verdienen weniger als die Männer, die die gleiche Arbeit machen. Fakt ist natürlich: Jede Frau verdient es, auch beim Lohn gleichberechtigt behandelt zu werden.
 
Frauen im Parlament?
Im Parlament in der Schweiz gibt es eine erfreuliche Entwicklung: Heute sind es schon 32 % Frauen, die im Parlament tätig sind. Die Schweiz toppt den EU-Durchschnitt damit locker. Und: Die Tatsache, dass erst seit 1971 das Frauenwahlrecht auf Bundesebene in der Schweiz gilt, demonstriert deutlich, dass Frauen ihre Rechte erfolgreich einfordern können.