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Was macht eigentlich ein/e e Agrarpraktiker/in?

10. Mai 2017


Tiere, Arbeit an der frischen Luft, mit eigenen Händen etwas bewerkstelligen, das sichtbare Früchte trägt: eine Ausbildung zum Agrarpraktiker macht dies möglich. Wer allerdings immer picobello aussehen möchte und pünktlich zum Glockenschlag Feierabend haben will, für den wird dieser naturverbundene Beruf nicht richtig sein. Denn es muss kräftig angepackt werden, und der saisonale Arbeitsanfall führt sicher auch mal dazu, dass es länger dauert oder am Wochenende gearbeitet werden muss. Als Gegenleistung findet man echte Erfüllung im Traumjob.

Mehr als Beruf - eine Berufung

Die persönlichen Anforderungen sind hoch, wer sich aber für eine Lehre als Agrarpraktiker entscheidet, wird dies wissen, vielleicht schon im elterlichen Betrieb praktisch erfahren haben. Drei verschiedene Fachrichtungen werden ausgebildet: Landwirtschaft, Weinbereitung und Spezialkulturen, zu denen Gemüse, Obst und Reben gehören. Grundvoraussetzung für alle drei Richtungen ist Bodenverbundenheit, das Wissen um und die Aufgeschlossenheit für die Zusammenhänge in der Natur. Der Beruf ist körperlich anstrengend, eine gute Konstitution und Gesundheit sind deshalb wichtig. Daneben sind praktische Fähigkeiten gefragt, es braucht Geschick und Verständnis für Technik, da Maschinen nicht nur bedient, sondern auch gewartet und repariert werden müssen.


Arbeit in der Natur

Agrarpraktiker/innen EBA finden auf Jobsuche ihren Arbeitsplatz auf landwirtschaftlichen Betrieben. Je nach Fachrichtung heisst es dann, sich neben grundlegenden Kenntnissen über Landwirtschaft sich mit den Spezialgebieten zu befassen. In der Fachrichtung Landwirtschaft gehen sie den Landwirten und Betriebsleitern zur Hand und übernehmen selbstständige Aufgaben. Die Auszubildenden lernen, sich um den Viehbestand zu kümmern, das Futter zusammenzustellen und zu melken. Die Stallungen müssen Seite: 1 von 2 gesäubert, Zäune errichtet oder kleinere Reparaturen an Gebäuden oder Maschinen vorgenommen werden. Viel Arbeit wartet auch in der Weinherstellung. Vom Keltern angefangen bis zur Kontrolle der gelagerten Weine sind es viele Schritte, die sorgfältig erledigt werden müssen, damit der edle Tropfen gelingt. Der Anbau von verschiedenen Kulturen wie Gemüse und Obst verlangt ebenfalls viel Einsatz ab, der unabhängig von der Witterung geleistet werden muss.


Zwischen Lehrbetrieb und Schule

Die Ausbildung als Agrarpraktiker/in EBA dauert zwei Jahre, eine abgeschlossene Volksschule ist Voraussetzung. Der Abschluss wird mit dem eidg. Berufsattest "Agrarpraktiker/in EBA" nachwiesen. Die praktische Ausbildung findet in der Landwirtschaft oder einem Kellereibetrieb statt, ergänzend wird an einem Tag in der Woche theoretisches Wissen in der Berufsfachschule vermittelt. Abhängig von den gewählten Richtungen sind die Unterrichtsfächer, dabei ist Pflanzenbau immer ein Schwerpunkt. Auszubildende in der Landwirtschaft beschäftigen sich zusätzlich mit Tierhaltung, den mechanischen und technischen Anlagen im Betrieb. Die Fachrichtung Spezialkulturen hat ebenfalls technische Anlagen und Mechanisierung als Unterrichtsfächer, ebenso die Richtung Weinbau. Hier ist noch das Wissen um die Weinbereitung auf dem Stundenplan.


Fortbildung ist gefragt

Landwirtschaftliche Bildungs- und Beratungszentren halten regelmässig Kurse zu fachrelevanten Themen ab. Wer mit guter Leistung und Spass bei der Sache ist, wird sicher gerne die verkürzte Grundbildung zum EFZ in Anspruch nehmen. Ausbildungsziele sind hier Winzer/in EFZ oder Weintechnologe/-login EFZ, Gemüsegärtner/in EFZ, Obstfachmann/-frau EFZ, Geflügelfachmann/-frau EF und Landwirt/in EFZ. Danach stehen weitere Berufswege offen, die Berufsmatura kann erworben werden, der Weg zu höheren Fachschule und Fachhochschule und zur Betriebsleiterschule ist offen.

Die Vergütung für Auszubildende setzt sich aus dem Bruttolohn und der Vergütung in Naturalien zusammen. In der Regel werden die Naturalleistungen vom Brutto abgezogen, je nachdem was in Anspruch genommen wird, also die verschiedenen Mahlzeiten und die Unterkunft. Die genauen Sätze sind vom SBV geregelt. Wer eine Umschulung zum Agrarpraktiker EBA oder EFZ macht, für den sehen die Lohnrichtlinien einen höheren Bruttolohn vor.

Jobangebote für Agrarpraktiker gibt es viele, der Nachwuchs ist gesucht und gefragt. Wer auf Lehrstellensuche ist oder einen Jobwechsel plant, kann auf www.ostjob.ch die Stelleninserate für die Ostschweiz durchforsten. Sicher ist es bereits im Vorfeld möglich, sich den gewünschten Ausbildungsbetrieb oder das Berufsbild in der Praxis anzusehen.

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