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Kinderbetreuung in der Schweiz zu Zeiten der Coronakrise

Veröffentlicht am 30.03.2020 von Fredy Pillinger
Kinderbetreuung
Gerade jetzt suchen viele Eltern händeringend nach Betreuungsangeboten für ihre Kinder. Da ist es doch eine sehr gute Idee, wenn man im Quartier in eigener Regie eine Kinderbetreuung anbietet. Doch was wie eine rasche, wenn auch unkonventionelle Lösung klingt, findet wenig Beifall bei den Experten. Warum ist das so?
Warum eine selbstorganisierte Kinderbetreuung keine gute Idee ist
Im Grunde klingt es ja genau nach den Tugenden, die in Zeiten einer Krise gefragt sind: Eigeninitiative, das Einstehen für das Gemeinwohl und Hilfsbereitschaft gegenüber denen, die von der Coronakrise besonders hart betroffen sind. Doch so löblich diese kurzfristige und auf dem ersten Blick auch praktische Hilfe auch sein mag, weiterführend ist sie leider nicht. Der Grund dafür liegt einerseits in den strengen Auflagen, die eine Kindertagesstätte erfüllen muss, und auf der anderen Seite in der Notwendigkeit, die Gefahr durch das neuartige Corona-Virus einzudämmen. Immerhin hat diese Notwendigkeit ja gerade zur Schliessung offizieller Krippeneinrichtungen geführt.
 
Rechtliche Gründe gegen eine kurzfristige Kinderbetreuung in Eigeninitiative 
Wie der Verband für Krippenbetreuung in der Schweiz (Kibesuisse) mitteilt, kann nicht jeder einfach eine Hütestätte für Kinder eröffnen. Zuerst wird eine Bewilligung des Kantons benötigt. Diese jedoch ist an zahlreiche Auflagen gebunden. Was vielleicht auf dem ersten Blick wie ein Beispiel für überflüssige Bürokratie klingt, macht auf dem zweiten Blick durchaus Sinn. So muss die zukünftige Kita zum Beispiel bestimmte Vorgaben zur Art der Räume und ihrer Einrichtung und Gestaltung erfüllen. Auch muss das Betreuungspersonal für die Betreuung von Kindern qualifiziert sein und die Einrichtung muss ein pädagogisches Konzept besitzen. Da können zwischen Antrag und Bewilligung leicht einige Monate vergehen. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass die Kinder auch in guten Händen und sicher aufgehoben sind.
 
Welche Rolle spielt das Coronavirus?
Da sich das Coronavirus durch eine Tröpfcheninfektion ausbreitet, ist es wichtig, die Kontakte zu anderen Menschen möglichst gering zu halten. Genau deshalb wurden ja die offiziellen Kinderbetreuungseinrichtungen geschlossen. Eine neue, privat geführte Kinderbetreuung würde aber nur wieder ein neues Risiko darstellen, weil sich hier die Kinder und Betreuer gegenseitig anstecken können. Um das Ansteckungsrisiko so minimal wie möglich zu halten, ist also Distanz wichtig - und diese kann in improvisierten Kinderbetreuungsangeboten nicht gewährleistet werden.
 
Gibt es Betreuungs-Alternativen für Eltern?
Wenn möglich, sollten Eltern nun die Betreuung ihrer Kinder selbst übernehmen. Allerdings gibt es auch Eltern, die in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten und deshalb für die Betreuung ihrer Kinder nicht abkömmlich sind. Diese sollten sich an die örtlichen Gemeinden und Schul- oder Kindertagesstättenleitungen wenden. Denn wenn auch in eingeschränktem Betrieb, existiert dort oft noch die Möglichkeit einer Kinderbetreuung.