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Herausforderung für Führungskräfte - Vertrauen schaffen im War of Talents

Veröffentlicht am 06.01.2021 von Fredy Pillinger
Mitarbeitern vertrauen schenken
In der modernen Arbeitswelt legen speziell Talente aus der Generation Z keinen grossen Wert mehr auf den klassischen Karriereweg. Wichtiger sind persönliche Werte wie Individualität, ein flexibles Arbeitsumfeld, Selbstverwirklichung und entgegengebrachtes Vertrauen. Grund genug, dass Führungskräfte im War of Talents umdenken.
Darum ist Vertrauen im Kampf um Talente so wichtig
Im Zuge der Digitalisierung und der voranschreitenden Globalisierung dreht sich die Arbeitswelt immer schneller. Gleichzeitig führt der gesellschaftliche Wandel zu einem neuen Werteverständnis. Dieses übertragen gerade junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch auf ihre Anspruchshaltung gegenüber ihrem Arbeitgeber. Einer der grössten Ansprüche ist der Wunsch nach entgegengebrachtem Vertrauen.
 
Um die Wirkungsweise von Vertrauen zu verstehen, müssen wir uns Folgendes vergegenwärtigen: Vertrauen teilt sich im Grunde in zwei Teilbereiche auf, die einander beeinflussen. Auf der einen Seite befindet sich das Vertrauen in die Intention und die Integrität einer Person (Charakter). Auf der anderen Seite steht das Vertrauen in ihre Fähigkeiten und die erbrachten Arbeitsergebnisse. Natürlich ist das Vertrauen in die Arbeitsergebnisse im Arbeitsleben enorm wichtig.
 
Allerdings führt ein mangelndes Vertrauen in den Charakter in der Konsequenz zu schlechteren Arbeitsleistungen, Demotivation und damit auch einem sinkenden Vertrauen in die Fähigkeiten. Diese Teufelsspirale müssen Führungskräfte durch auf allen Ebenen entgegengebrachtes Vertrauen durchbrechen. Schon der bekannte Unternehmer-Coach Stephen Covey schreibt dazu in einem seiner Bücher sinngemäss:
 
Aus Vertrauen erwachsen Synergieeffekte. Denn derjenige, dem Vertrauen entgegengebracht wird, möchte dieses mindestens in gleichem Masse zurückzahlen. Übertragen auf die Unternehmensebene bedeutet das, dass mehr Vertrauen zu einem besseren Betriebsklima, höherer Produktivität und höherwertigen Arbeitsergebnissen führt. Durch strikte Kontrolle kompensiertes Misstrauen dagegen führt zum Gegenteil. Und damit auch zu einer Niederlage im Kampf um die klügsten Köpfe.
 
Mit einfachen Schritten eine Vertrauenskultur etablieren

1. Kommen Sie von Ihrem hohen Ross
Führungskräfte neigen dazu, Unsicherheit und Unwissenheit in einigen Bereichen zu verstecken. Auf Hinweise und Anregungen reagieren sie häufig mit der Arroganz der Autorität, was das Vertrauen zwischen Team und Führungskraft beschädigt. Gerade in schnelllebigen Zeiten sollten Sie als Führungskraft aktiv auf Ihre Teammitglieder zugehen, mit ihnen diskutieren und um Rat fragen. Das zeigt Wertschätzung und schafft gegenseitiges Vertrauen.
 
2. Raum für Aussprachen
Offenheit ist in der Kommunikation von Teams wichtiger denn je. Vertrauen innerhalb von Teams wird durch Missverständnisse und unterschwellig schwelende Konflikte untergraben. Nehmen Sie sich an einem Wochentag bewusst Zeit für ein Team-Meeting, in dem es um nichts anderes geht als die offene Aussprache.
 
Seien es nun fachliche Differenzen, persönliche Meinungsverschiedenheiten im Arbeitskontext, Konsensdiskussionen oder das Bedürfnis danach Gerüchte und Missverständnisse aufzuklären. Wenn ihr Team weiss, dass es untereinander sowie mit Führungskräften offen über alles sprechen kann, gibt das dem Vertrauen ineinander einen gehörigen Schub.
 
3. Übertragen Sie Verantwortung
Ja, als Eltern wissen wir, wie schwierig es ist, unseren Sprösslingen mehr Verantwortung zu übertragen. Führungskräfte in Unternehmen sind hier nicht anders und nehmen viele Dinge lieber selbst in die Hand oder neigen zu Kontrollsucht. Dabei ist das Übertragen von Verantwortung die höchste Form von Vertrauen, die Sie einem Mitarbeiter entgegenbringen können.
 
Springen Sie über Ihren Schatten und gestehen Sie Ihrem Team Freiheiten zu, Aufgaben zu übernehmen und Probleme eigenverantwortlich zu lösen. Durch das gezeigte Vertrauen stärken Sie das Selbstvertrauen Ihrer Mitarbeiter und damit auch deren Vertrauen in Sie als Führungskraft. Sie werden sehen, das Ergebnis wird Sie nicht enttäuschen.
 
4. Sie sind ein Vorbild

Wer möchte, dass Mitarbeiter eine bestimmte Kultur an den Tag leben, der muss diese auch vorlegen. Gerade in einer dynamischen Arbeitswelt, in der sich alles in Windeseile ändert, schafft eine solche Konstanz ebenfalls Vertrauen. Leben Sie Werte wie Pünktlichkeit oder das zeitige Erledigen von Aufgaben vor. So werden Sie zu einer Säule der Stabilität, die auch in schwierigem Fahrwasser Vertrauen in regelmässige Abläufe schafft.
 
5. Loyalität schafft Vertrauen
Loyalität ist ein grosses Wort, das in der Arbeitswelt wieder zunehmend modern wird. Immerhin ist es Loyalität zwischen Menschen, die deren Vertrauen ineinander stärkt. Einer der wichtigsten Punkte im Unternehmensumfeld ist die loyale Kommunikation. Reden Sie über Ihre Mitarbeiter immer so, als seien diese gerade anwesend.
 
Nur Mitarbeiter, die sich sicher sein können, dass Sie hinter ihrem Rücken nicht schlecht über sie reden, können Ihnen wirklich vertrauen. Beherzigen nicht nur Sie diesen Ansatz. Führen Sie diesen Grundsatz auch innerhalb Ihres Teams ein. Sollten Probleme mit einzelnen Mitgliedern auftreten, zerreissen Sie sich nicht vor dem Team das Maul darüber. Klären Sie die Angelegenheit lieber mit der betreffenden Person.