348 Artikel für deine Suche.

10 Tipps zur Bewältigung des Januarlochs

Veröffentlicht am 20.01.2021 von Fredy Pillinger
Januar
Jedes Jahr gibt es bei Unternehmen im Januar einen finanziellen Einbruch. Gerade für junge Unternehmen ist das ein Lackmustest. Mit den richtigen Massnahmen lässt sich dies jedoch kompensieren. Hier sind unsere zehn besten Tipps, um das Januarloch zu vermeiden.
In der Schweiz bringt der Dezember für viele Betriebe deutlich höhere Kosten als die anderen Monate. Besonders gravierende Zuwächse beim Materialeinkauf und die zu leistenden Überstunden schlagen dann zu Buche. Gratifikationen und Boni, die an Mitarbeiter gezahlt werden, sind in der Tat gerechtfertigt. Sie stellen jedoch einen zusätzlichen Kostenfaktor dar, der berücksichtigt werden sollte. Wenn Sie dann noch Rechnungen für Versicherungen etc. erhalten, kann das Budget knapp werden.
 
Andererseits ist es ein längerer Prozess, bezahlt zu werden. Die eingeräumten Fristen und verspätete Rechnungen können ein finanzielles Defizit schaffen, das wochenlang anhält - das Januarloch entsteht.
 
10 praktische Tipps
Wenn Sie rechtzeitig die richtigen Massnahmen ergreifen, können Sie dieser schwierigsten Zeit des Wirtschaftsjahres trotzen. Der Januareinbruch lässt sich nicht immer ganz vermeiden. Aber ein die Kurve etwas abzuflachen, reicht oft aus.
 
1. Finanzplanung
Nicht nur vor der Gründung eines Unternehmens ist ein Finanzplan nützlich, der eine solide Kalkulation der Betriebsmittel enthält. In Form einer einfachen Tabelle, sollten Sie alle voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben möglichst realistisch darin angeben, damit Sie die Zukunft einigermassen genau vorhersehen können. Das ermöglicht es, rechtzeitig zu handeln.
 
2. Einnahmen
Ziehen Sie Sonderaktionen und Rabatte für den Januar in Betracht. Zahlreiche Kunden haben ähnliche Schwierigkeiten und werden sich über die niedrigeren Preise freuen. Sie profitieren von grösseren Umsätzen in dieser sonst so umsatzschwachen Phase.
 
3. Ausgaben
Was die Ausgaben betrifft, so ist es sinnvoll, diese am Ende des Jahres zu reduzieren, um die Kosten zu begrenzen. Überlegen Sie sich genau, welche davon dringend und unumgänglich sind. Alle anderen Kostenfaktoren sollten auf das Frühjahr oder den Sommer verlegt werden.
 
4. Anbieter vergleichen
Jedes Unternehmen hat Ausgaben für Leistungen von austauschbaren Dienstleistern. Daher sind sie von Zeit zu Zeit mit den Angeboten der Konkurrenz zu vergleichen. Im Hinblick auf die Flaute im Januar ist der Herbst dafür am besten geeignet. Die Chancen stehen dabei gut, günstigere Konditionen für Energie, Telefon, Internet, Versicherungen u. a. zu finden. Der Preiskampf der Anbieter ist dabei Ihr Vorteil, denn günstiger geht immer.
 
5. Lohnverteilung
Gibt es ein 13. Monatsgehalt, können Sie diese über das Jahr verteilt statt auf einen Schlag auszahlen. Dies sollte natürlich mit den Angestellten abgesprochen werden. So wird der Peak im Dezember geglättet, ohne dass Ihren Mitarbeitern Geldzahlungen entgehen. Andere Gratifikationen können darüber hinaus auf einen anderen Monat vertagt werden.
 
6. Rechnungen
Grosse Vorleistungen und längere als die üblichen Zahlungsfristen gehören in bestimmten Geschäftsbereichen zur Normalität. Mittels "Factoring" können die Einnahmen langfristig beschleunigt werden. In diesem Fall geht sie Verantwortung für die Kundenrechnungen an einen externen Finanzdienstleister über, die dadurch umgehend beglichen werden. Leider gehen Ihnen dadurch je nach Anbieter etwa 15 bis 20 % verloren. Akute Engpässe können Ihr Unternehmen jedoch u. U. noch teurer zu stehen kommen. In vielen Fällen kann das Factoring deshalb eine grosse Hilfe sein.
 
7. Zahlungsmodalitäten
Geben Sie Ihren Kunden die Möglichkeit, durch eine zügige Begleichung der Rechnung Geld zu sparen. Das erhöht die Motivation und sorgt häufiger dafür, dass die Fristen nicht mehr bis zum Ende ausgereizt oder sogar überschritten werden.
 
8. Lieferantenkredit
Versuchen Sie, von Ihren Lieferanten günstigere Zahlungs- und Lieferbedingungen zu erhalten. Dies dürfte gelingen, wenn der Lieferant von der Januar-Krise weniger betroffen ist - schliesslich besteht eine gewisse Abhängigkeit auf beiden Seiten.
 
9. Mieten statt Kaufen
Bevor man den Kauf der notwendigen Maschinen oder Güter in Erwägung zieht, die somit die Finanzen des Unternehmens zusätzlich belasten, sollte die Möglichkeit des Leasings geprüft werden. Basiert die Produktion und damit der Umsatz eines Unternehmens auf einzelnen Investitionen, sorgen die laufenden Fixkosten für eine bessere Planbarkeit.
 
10. Kredite
Gerade Neukunden sollten mit ihrer Bank ein grosszügiges Limit für Überziehungen ihres Kontos aushandeln. Kurzfristige finanzielle Schwierigkeiten werden dadurch aufgefangen und Kosten dafür fallen nur bei der Inanspruchnahme an. Doch Vorsicht: Längeres oder häufiges Überziehen ist sehr teuer.