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Wenn der Chef ein Workaholic ist: 7 Tipps, um Stress zu vermeiden

Veröffentlicht am 10.02.2021 von Fredy Pillinger
Workaholic
Ohne Zweifel ist der Vorgesetzte oft der Taktgeber, wenn es darum geht, wie in Ihrem Büro gearbeitet wird. Eine talentierte Führungspersönlichkeit erkennt man auch daran, dass die Mitarbeiter zufrieden sind und die Arbeit reibungslos läuft. Es gibt viele Typen von Vorgesetzten, und sie alle stellen ihr Team vor spezifische Herausforderungen. Besonders schwierig wird es, wenn der Chef ein Workaholic ist, für den der Begriff Work-Life-Balance ein Fremdwort ist und der im schlimmsten Fall erwartet, dass alle es so halten wie er. So verschwimmt die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit immer mehr, und Freizeitaktivitäten werden zu einer fernen Erinnerung. Damit es nicht so weit kommt, gibt es einige nützliche Strategien.
Erstens: Fragen Sie sich, ob Ihr Chef mit seiner Arbeitseinstellung allein dasteht oder ob auch viele der Kollegen eine ähnliche Einstellung zeigen. Herrscht im Team die Maxime, dass ein guter Arbeitnehmer keinen Feierabend kennt? Dann sollten Sie sich fragen, ob Sie bereit sind, auf diesem Level mitzuarbeiten oder ob Sie sich lieber ein anderes Betätigungsfeld suchen möchten. In manchen Branchen ist die Workaholic-Einstellung eher die Regel als die Ausnahme. Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie bis zum Burnout schuften sollen. Doch mit einem hohen Arbeitspensum und einem gewissen Mass an Mehrarbeit nach Feierabend und am Wochenende sollten Sie schon rechnen - und sich damit arrangieren können.
 
Zweitens: Wenn Ihr Chef dagegen als einziger im Büro zuhause ist und die meisten Ihrer Kollegen sich ebenfalls mehr Ausgewogenheit wünschen, können Sie gemeinsame Strategien erarbeiten. Dazu gehören etwa Gespräche mit dem Chef über dessen Ansprüche, ein Extra-Tagesordnungspunkt beim nächsten Teamgespräch oder Absprachen, etwa zum verbindlichen Feierabend und ungestörten Wochenenden.
 
Drittens:
Auch wenn der Chef ein Workaholic ist, in einem hat er oder sie Recht: Die Arbeit muss getan werden. Wenn also ein wichtiges und grosses Projekt ansteht, sollte man zu Kompromissen bereit sein. Hier stur auf den pünktlichen Feierabend zu bestehen, bringt wenig und kann sogar ein Kündigungsgrund sein. Lassen Sie sich also auf Überstunden und Wochenendarbeit ein, wenn es vorübergehend wichtige Gründe dafür gibt.
 
Viertens:
Zeigen Sie Teamgeist. Das kann mit einem Workaholic als Chef verschiedene Dinge bedeuten. Etwa, dass Sie Kollegen nicht mit Mehrarbeit alleine lassen. Aber auch, dass Sie sich nicht auf Kosten der Kollegen bei Ihrem Chef als besonders arbeitseifrig herausstreichen.
 
Fünftens: Respektieren Sie Grenzen und Ansprüche - Ihre eigenen, die Ihrer Kollegen und auch die Ihres Chefs. Sie haben Anspruch auf Erholung. Immerhin dient diese nicht allein Ihrem Vergnügen. Sie brauchen Erholung auch, um Ihre Arbeit mit vollem Einsatz erledigen zu können. Deshalb haben Sie und Ihre Kollegen einen gesetzlichen Anspruch darauf - auch die, die wie Ihr Chef keine Freizeit zu kennen scheinen. Entlasten Sie sich nicht auf Kosten dieser Kollegen und übertragen Sie ihnen keine Arbeiten, die eigentlich in Ihren Zuständigkeitsbereich fallen. Das mag zu Anfang vielleicht entlastend sein, sorgt aber am Ende garantiert für schlechte Stimmung am Arbeitsplatz. Und so verlockend es sein mag, die Einstellung des Workaholic-Chefs als Marotte abzutun: Auch er hat Gründe für seine Ansprüche, und oft steht der Wunsch dahinter, dass alle ihr Bestes geben. Machen Sie Ihrem Chef klar, dass Sie Ihr Bestes geben und pünktlich Feierabend machen können. Stellen Sie dabei klar, dass Sie, falls es nötig sein sollte, auch zu Überstunden bereit sind - aber nicht als Dauerzustand.
 
Sechstens: Reden Sie mit Ihrem Chef. Viele Arbeitnehmer fühlen sich verpflichtet, beim Pensum ihres Vorgesetzten mitzuhalten, auch wenn sie sich dabei schlecht fühlen. Hier kann ein Gespräch helfen. Vielleicht ist Ihrem Chef gar nicht klar, dass er Ihnen zu viel Arbeit zumutet oder Sie es nicht genauso spannend finden wie er oder sie, sich auch im Urlaub mit beruflichen Aufgaben zu beschäftigen. Zeigen Sie ihm Ihre Grenzen auf. Oder Sie stellen im Gespräch fest, dass Ihr Chef gar nicht von Ihnen erwartet, es ihm gleichzutun. Viele Vorgesetzte arbeiten lange oder verzichten auf die Mittagspause oder den pünktlichen Feierabend, ohne das gleiche auch von ihrem Team zu erwarten.
 
Siebtens: Steigern Sie Ihre Effizienz und achten Sie auf Ihr Zeitmanagement. Oft kann die Arbeit viel schneller und effizienter erledigt werden - zum Beispiel, indem Sie Prioritäten anders setzen oder Arbeitsabläufe verschlanken. Finden Sie geheime Zeitfresser und schalten Sie diese aus. Wenn Sie dann pünktlich Schluss machen, tun Sie es mit dem angenehmen Gefühl, dennoch Ihre Arbeit gut erledigt zu haben.