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Ständige Erreichbarkeit: Verschaffen Sie sich digitale Pausen

Veröffentlicht am 03.03.2021 von Fredy Pillinger
Digitale Auszeit
Die digitale Technik macht es möglich. Ständige Erreichbarkeit über Smartphone, Tablet oder Laptop sind heutzutage eine Selbstverständlichkeit. Das gilt oftmals für den Job und umso mehr in der Freizeit. Doch ständige Erreichbarkeit kann krank machen. Welche Folgen sie haben kann, und wie sich dem Entziehen - lesen Sie mehr!
Die Folgen ständiger Erreichbarkeit
Einfach abschalten und sich entspannen, das können immer weniger Menschen. Die Grenzen zwischen Job und Freizeit sind nicht nur in Zeiten des Home-Office fliessend geworden. Manche Chefs kontaktieren ihre Mitarbeiter an den Wochenenden und nach Feierabend - und das, obwohl Gesetze aus guten Gründen Erholungsphasen vorsehen. Ständige Erreichbarkeit im Berufs- und Privatlegen beeinträchtigt das Wohlbefinden und wirkt sich auf Körper, Geist und Seele aus - mit diesen Folgen:
 
  • Ständige Erreichbarkeit und die fortdauernde Kommunikation über digitale Medien wirken sich auf die mentale Gesundheit und auf die Stressresistenz aus, die deutlich sinkt.
  • Durch die Vielzahl der äusseren Reize nimmt die Konzentrationsfähigkeit ab.
  • Durch die Digitalisierung leidet das Gedächtnis. Viel zu oft werden Suchmaschinen bemüht und das eigenständige Denken vernachlässigt.
  • Die digitale Erreichbarkeit schwächt nicht nur die Nerven, sondern beeinträchtigt auch die Schlafqualität. Das liegt einmal an der mangelnden Fähigkeit, sich vor dem Schlafengehen zu entspannen. Zum anderen werden Smartphone, Tablet oder Laptop mit ins Schafzimmer genommen - auch aus Angst, etwas zu verpassen.
  • Bei fortwährender digitaler Erreichbarkeit bleiben körperliche Beschwerden nicht aus. Das gilt für Kopf- und Rückenschmerzen ebenso wie für Erschöpfungszustände bis hin zum Burnout.
Spätestens wenn diese Symptome auftreten, sollten Sie darüber nachdenken, wie Sie sich der digitalen Erreichbarkeit entziehen.
 
Sich der digitalen Erreichbarkeit entziehen - aber wie?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie sich der digitalen Erreichbarkeit entziehen, unter anderem diese:
  1. Schaffen Sie in Ihren vier Wänden Zonen, die frei von digitaler Technik sind. Das können Räume sein oder bestimmte Plätze. Beispiele sind das Schlafzimmer, das Badezimmer, die Toilette, der Esstisch, der Balkon und die Terrasse. So lässt sich ein digitaler Wecker auch durch einen analogen ersetzen. Handyfreie Zonen tun nicht nur dem Familienfrieden und Ihrer Beziehung gut, sondern fördern auch das seelische Gleichgewicht sowie die Schlafqualität.
  2. Planen Sie analoge Zeiten, in denen Sie gänzlich auf digitale Technik verzichten. Legen Sie ganz bestimmte Zeiten fest, in denen Smartphone, Laptop und Tablet definitiv ausgeschaltet sind und auch bleiben. Das kann beispielsweise die Zeit vor dem Schlafengehen sein, die Zeit nach dem Aufstehen, die Zeit im Badezimmer, beim Sport und bei Treffen in Restaurants. Hilfreich ist, die mobilen Endgeräte in dieser Zeit ausser Sichtweite zu bringen und wegzuräumen.
  3. Die ständige digitale Erreichbarkeit erhöht bei manchen Menschen den Druck, zeitnah auf Nachrichten reagieren zu müssen. Zeitnah bedeutet innerhalb weniger Minuten. Massgeblich ist Ihr persönliches Verhalten. Gewöhnen Sie sich ab, sofort auf Nachrichten eine Antwort zu geben. Das gilt vor allem für solche Nachrichten, die nicht dringlich sind.
  4. Entdecken Sie Alternativen. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Situationen, in denen Sie zum Smartphone greifen. Beantworten Sie für sich die Frage, in welchen Situationen Sie das Smartphone nutzen, wann Sie es wirklich brauchen, und wann es möglicherweise Alternativen zur Nutzung des Smartphones gibt. Ziel ist, dass Sie Ihr Gehirn auf unterschiedliche Weise fordern und trainieren und sich nicht in allen Lebenslagen blind auf das Smartphone zu verlassen. Es dient als Wecker, als Übersetzungshilfe, zum Streamen von Musik und Filmen, für Spiele, als Navigator, Kalender, Terminplaner und vieles mehr. Versuchen Sie, sich auf die wichtigsten Funktionalitäten zu beschränken und auch andere analoge Hilfsmittel zu nutzen.
  5. Was die digitale Erreichbarkeit im Job angeht, sollten Sie ein klärendes Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten führen Mitarbeiter brauchen Erholungszeiten und die stehen Ihnen von Gesetzes wegen auch zu. Es sollte also nicht zur Normalität werden, dass Sie nach Feierabend, an Wochenenden und Feiertagen in steter Regelmässigkeit von Kollegen und Vorgesetzten kontaktiert werden, von Notfällen abgesehen. Insoweit kann es sinnvoll sein, die Erwartungen seitens der Chefetage zu klären und entsprechende Vereinbarungen zu treffen.
Die Digitalisierung hat viel verändert und unzählige neue Möglichkeiten geschaffen, sich miteinander zu vernetzen, weltumspannend zu kommunizieren und Automatisierungsprozesse in Gang zu setzen, um nur einige Beispiele zu nennen. Sie hat in alle Bereiche Einzug gehalten. Deshalb wird es immer wichtiger, die digitale Technik gezielt einzusetzen. Das heißt auch, negativen Einfluss zu bannen und stattdessen einen intelligenten Umgang zu pflegen.