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Eine falsche Entscheidung getroffen? So gehen Sie mit Fehlentscheidungen um

Veröffentlicht am 15.10.2021 von Henrik Jasek, Leiter ostjob.ch - Bildquelle: Getty Images
Fehlentscheidungen
Das Leben wird bestimmt von Entscheidungen, die im Berufs- und Privatleben tagtäglich getroffen werden müssen. Die meisten Entscheidungen werden gar nicht als solche wahrgenommen, sondern verlaufen automatisiert. Andere wiederum sind von grösserer Tragweite, sodass eine Fehlentscheidung mit spürbaren Konsequenzen verbunden sein kann. Was macht Fehlentscheidungen aus, was sind die Gründe, und wie gehen Sie damit um?
Fehlentscheidungen und ihre Ursachen

Manche Fehlentscheidung nehmen Sie sofort als falsche Entscheidung wahr, während sich andere erst im Rückblick als solche entpuppen. Mal ist es eine verpasste Chance, mal das Ergebnis und in anderen Fällen ein unterschwelliges Gefühl des Unbehagens, die eine Entscheidung zu einer Fehlentscheidung machen, und das sind die möglichen Gründe:
  • Sie haben eine Entscheidung getroffen, das gesteckte Ziel jedoch nicht erreicht. Ihre Entscheidung war insoweit von einer klaren Absicht getragen. Erreichen Sie dieses Ziel nicht, entpuppt sich die Weichenstellung als Fehlentscheidung. Beispiele sind die Entscheidung für einen bestimmten Beruf, der Ihnen Flexibilität gewährt und die Vereinbarkeit von Familie und Job sicherstellen soll. Tatsächlich haben Sie später keine Familie, sondern geniessen das Single-Dasein. Sie entscheiden sich für ein Familienauto, weil Sie eine Frau mit drei Kindern kennengelernt haben. Doch es kommt bereits nach kurzer Zeit zu einer Trennung. Sie entscheiden sich für den Malerberuf, weil Sie den Familienbetrieb weiterführen möchten. Doch bevor Sie den Betrieb übernehmen können, muss Ihr Vater Insolvenz anmelden. Alle Beispiele verdeutlichen, dass Sie lebenswichtige Entscheidungen, also solche, die Einfluss auf Ihren persönlichen Lebensweg haben, immer zu Ihrem Wohl treffen sollten. Achten Sie deshalb auf Ihre Wünsche und Bedürfnisse, und folgen Sie Ihrer Leidenschaft und persönlichen Neigungen.
  • Sie haben im Nachhinein das Gefühl, dass Sie sich für die Alternative hätten entscheiden sollen. Diese Fehlentscheidung kann in vielen Fällen korrigiert werden, wenn es sich beispielsweise um ein Kleidungsstück handelt. Schwieriger wird es beim Kauf eines Gebrauchtwagens, eines Neuwagens oder eines Hauses. Um Fehlentscheidungen zu vermeiden, ist es wichtig, vor dem Kauf sehr sorgfältig das Für und Wider der angebotenen Objekte abzuwägen, zahlreiche, sachlich fundierte Informationen einzuholen und sich gegebenenfalls mit Fachleuten zu beraten.
  • Manche Fehlentscheidung nehmen Sie erst durch Ihr Bauchgefühl wahr. Sie fühlen sich unzufrieden und unglücklich und ärgern sich, keine andere Entscheidung getroffen zu haben. Solche Fehlentscheidungen passieren, wenn Sie keine Prioritäten setzen und sich zu einem Spontankauf hinreissen lassen, indem Sie eine vorschnelle Entscheidung treffen. Es lohnt sich deshalb immer, sich Zeit zu nehmen und mindestens eine Nacht darüber zu schlafen, bevor Sie eine Entscheidung treffen.

Tipps für den Umgang mit Fehlentscheidungen

Fehlentscheidungen sind ärgerlich, können manchmal richtig weh tun und teuer werden. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um eine berufliche oder private Fehlentscheidung, um einen Fehlkauf oder um eine verpasste Investmentchance handelt. Tatsächlich sind Fehlentscheidungen Teil des Lebens, weshalb Sie sich darauf konzentrieren sollten, möglichst souverän damit umzugehen. Die nachfolgenden Tipps helfen Ihnen dabei:
  1. Sollten Sie eine Fehlentscheidung getroffen haben, dann setzen Sie sich mit ihr auseinander. Prüfen Sie, warum Sie diese und keine andere Entscheidung getroffen haben und auf welcher Grundlage. Auf diese Weise erzielen Sie einen Lerneffekt und formen ein anderes Bewusstsein, sodass Sie Entscheidungen überlegter treffen.
  2. Um Fehlentscheidungen zu vermeiden, sollten Sie den Entscheidungsprozess hinterfragen. Machen Sie sich bewusst, warum Sie sich für eine Sache oder ein bestimmtes Verhalten entscheiden. Ziehen Sie alle verfügbaren Informationen heran, um eine sachliche und fundierte Entscheidungsgrundlage zu haben.
  3. Sobald Sie merken, dass Sie eine Fehlentscheidung getroffen haben, sollten Sie Verantwortung übernehmen und sich die fehlerhafte Entscheidung eingestehen. Das ist die wichtigste Voraussetzung dafür, um gegebenenfalls zeitnah eine Korrektur vornehmen zu können. Denn eine Fehlentscheidung muss nicht zwangsläufig eine falsche Entscheidung bleiben. Rechtzeitiges Eingreifen dient der Schadensbegrenzung.
  4. Analysieren Sie Fehlentscheidungen. Auf diese Weise legen Sie Fehlerpunkte offen, deren Kenntnis Sie bei weiteren Entscheidungen vor Fehlentscheidungen schützt.
  5. Können Sie eine einmal getroffene Fehlentscheidung nicht rückgängig machen, sollten Sie diesen Zustand akzeptieren. Es bringt nichts, im hätte, wenn, wäre und aber hängen zu bleiben, stattdessen sollten Sie Ihren Blick dafür schärfen, in Zukunft bessere Entscheidungen zu treffen.
Es heisst nicht umsonst: Aus Fehlern kann man lernen. Diesen Grundsatz sollten Sie sich auch in Bezug auf Fehlentscheidungen zu eigen machen. Mit jeder fehlerhaften Entscheidung können Sie Ihre Wahrnehmung und Ihr Bewusstsein schärfen, um die Fehlerquote in Zukunft möglichst gering zu halten.