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Stehpult - die optimale Alternative für den klassischen Schreibtischtäter?

Veröffentlicht am 04.08.2020 von Fredy Pillinger
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Büroarbeitsplätze werden mit einer ganzen Reihe von Beschwerden - meist aus dem orthopädischen Bereich - in Verbindung gebracht. Das Stehpult wird als Alternative zum Schreibstischstuhl und der mit ihm verknüpften unergonomischen Haltung ins Spiel gebracht. Zu Recht? Diese Zusammenfassung beschreibt Vorteile und Nachteile dieser Arbeitsform.
Büroarbeitsplätze werden mit einer ganzen Reihe von Beschwerden - meist aus dem orthopädischen Bereich - in Verbindung gebracht. Das Stehpult wird als Alternative zum Schreibstischstuhl und der mit ihm verknüpften unergonomischen Haltung ins Spiel gebracht. Zu Recht? Diese Zusammenfassung beschreibt Vorteile und Nachteile dieser Arbeitsform.
Tatort Schreibtisch
Wer ein Drittel seines Tages mit PC-Arbeit beschäftigt ist beziehungsweise lernt, sollte berücksichtigen, in welcher Haltung er das alles verwirklicht. Denn besonders in den Arbeitspositionen, in denen die natürliche Krümmung der Wirbelsäule nicht eingehalten wird, kann es zu Verspannungen und Haltungsfehlern mit all ihren unangenehmen Konsequenzen kommen. Das sind zu einem die klassischen Rückenschmerzen, die zu vielen Arztbesuchen, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Rehabilitationsmassnahmen führen. Es ist aber auch der Bandscheibenvorfall, der die Arbeitsfähigkeit und auch den sonstigen Alltag beeinträchtigen kann. Auch der Kreislauf wird negativ beeinflusst, wenn man ständig im Bürostuhl sitzt und in einer bestimmten Haltung verharrt. Deshalb ist es besonders dieses Arbeitsmobiliar, das diskutiert wird, weil die Sitzhaltung nicht ergonomisch ist und somit ungesund für den Angestellten sein kann. Als Alternative wird nicht selten das Stehpult propagiert, das heue in immer mehr Unternehmen eingesetzt wird. Doch auch dieses hat Vor- und Nachteile für den Nutzer.
 
Was macht das Stehpult zur vorteilhaften Alternative?
Anatomische Darstellungen der Wirbelsäule demonstrieren die beiden wichtigen Bestandteile, aus der sie zusammengesetzt sind: die stabilisierenden Wirbelkörper und die Bandscheiben, die als weicher Puffer fungieren. Bei der typischen Haltung am Schreibtisch sind diese nicht mehr senkrecht übereinander angeordnet. Dadurch können die Bandscheiben verdrängt und in den Wirbelkanal geschoben werden. Der Bandscheibenvorfall ist deshalb so unangenehm, weil er im Kanal befindlichen Nerven mit Kompression stört. Das kann nicht nur zu Rückenschmerzen führen, sondern auch zu Empfindungsstörungen und Taubheitsgefühlen. Auch Hüftgelenk und Kniegelenk werden bei den "Schreibtischtätern" besonders belastet, da sie sich ständig in einem angewinkelten Zustand befinden. Das Stehpult ist eine besonders gelenkschonende Art von Arbeitsmobiliar, da die Haltung während des Arbeitens nicht selten erfreulich gesünder ist. Selbst der Kalorienverbrauch während der Arbeitszeit ist mit dem Stehpult höher - eine tolle Botschaft für alle mit Übergewicht. Zivilisationskrankheiten können mit dem Stehpult also präventiv beeinflusst werden. Ein Training der Muskulatur für eine stabiles Stütz- und Bewegungssystem gibt es gratis dazu.
 
Stehpult-Arbeit wird auch mit Nachteilen in Verbindung gebracht
 Alle Anhänger des Stehpults dürfen nicht vernachlässigen, dass auch dieses Arbeitsmobiliar nicht uneingeschränkt Vorteile zu bieten hat. Zum einen deshalb, weil auch beim Arbeiten mit dem Stehpult eine unphysiologische Haltung möglich ist - zum Beispiel, wenn das Telefon im Schulterbereich eingeklemmt ist und wenn das Stehpult generell zu niedrig für den Arbeitnehmer eingestellt ist. Zum anderen auch deshalb, weil kanadische Forscher herausgearbeitet haben, dass das Stehpult Herzprobleme verursachen könnte, da die Venen mehr zu pumpen hätten und das Herz somit belastet würde. Allerdings ist die Probandezahl der Studie recht klein, sodass der Nachteil noch nicht gesichert scheint und wohl weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Doch was soll der Angestellte nun idealerweise umsetzen, wenn er den ganzen Tag im Büro arbeitet?
 
Der Wechsel ist optimal
Die Diskussionen zum Thema "Stehen und Sitzen" sollten den gemeinsamen Nenner berücksichtigen. Denn es in der Regel die Dosierung, die die Vorteile bietet. Abwechslung ist angesagt, damit die wichtige Mobilität gewährleistet werden kann. Und das kann für jeden Arbeitnehmer und in jedem Unternehmen individuell und somit bedarfsgerecht verwirklicht werden. So kann der Arbeitgeber gewährleisten, dass Schreibtisch und Bürostuhl ergomisch gestaltet sind, und sein Angebot bei der Büroausstattung durch Stehpulte beziehungsweise höhenverstellbare Schreibtische ergänzen. Der Arbeitnehmer könnte bei der Büroarbeit auch einen Sitzball einsetzen. Er wird auch in physiotherapeutischen Praxen verwendet und ist ein wertvolles Instrument, wenn eine aktive Sitzhaltung gefördert werden soll. Im Unternehmen selbst sollte der Fahrstuhl möglichst gemieden werden. Die Mittagspause ist ideal für kleine Spaziergänge - auch mit Kollegen. Beim Arbeitsweg ist es sinnvoll, das Fahrrad einzusetzen beziehungsweise aus dem Bus eventuell einige Stationen früher auszusteigen. So gibt es also einen Mix aus Maßnahmen, mit denen der Arbeitsalltag ergonomisch und gesund gestaltet werden kann.