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Fehlentscheidungen - So gehen Sie richtig damit um

Veröffentlicht am 23.04.2021 von Fredy Pillinger
Entscheidungen
Es ist nicht die Frage, ob Sie eine Fehlentscheidung treffen, sondern wann. Aus diesem Grund sollten Sie wissen, wie Sie mit Fehlentscheidungen souverän umgehen, anstatt den Kopf in den Sand zu stecken.
Die Fehlentscheidung - Das macht sie aus
Ob Job, Studiengang, Ausbildung, Familie oder Freizeit. Die möglichen Orten, an denen Sie eine Fehlentscheidung treffen können, sind vielfältig. Meist lässt sich eine Fehlentscheidung sogar objektiv erkennen. Etwa dann, wenn Sie ein klar definiertes Ziel oder einen Wunsch nicht erfüllt haben. Wollten Sie mit dem Investment in eine bestimmte Aktie etwa eine Jahresrendite von 10 Prozent erreichen, handelt es sich um eine Fehlentscheidung, wenn Ihre Jahresrendite nur 1 Prozent beträgt.
 
Auch zeigen nachträglich gesammelte Informationen und Ergebnisse häufig sehr deutlich, dass Alternativen zur getroffenen Entscheidung besser gewesen wären. Ob es sich dabei um die Entscheidung zwischen zwei Gebrauchtwagen, zwei Bewerbern oder zwei Investmentchancen handelt, spielt keine Rolle.
 
Als dritter Einflussfaktor gesellt sich eine schwer fassbare emotionale Komponente hinzu. Sie kennen mit Sicherheit das ungute Bauchgefühl, das Ihnen sagt, wenn eine Entscheidung nicht optimal war. Sie sind unzufrieden mit sich selbst, dass Sie diese und keine andere Entscheidung getroffen haben. Auslöser für dieses Gefühl ist neben einer unvollständigen Entscheidungsgrundlage der kurzfristige Wandel von Ansichten und persönlichen Prioritäten.
 
4 Gründe für Fehlentscheidungen
Eine Fehlentscheidung hat selten nur eine Ursache. Häufig treffen emotionale Faktoren, unvorhersehbare Ereignisse, Fehleinschätzungen und eine unklare Informationslage zusammen. Wir leben eben in einer Welt, in der wir niemals alle Informationen zur Verfügung haben. Umso wichtiger ist es, dass Sie die vier häufigsten Gründe für Fehlentscheidungen kennen.
 
Fehlerquelle 1: Sie haben keine klaren Prioritäten
Wer nicht weiss, was er erreichen möchte, trifft keine optimalen Entscheidungen. Das Risiko, eine Fehlentscheidung zu treffen ist bei unklaren Prioritäten besonders hoch. Ersichtlich werden solche Entscheidungen etwa bei der eigenen Jobauswahl oder bei der Einstellung von Bewerbern. Legen Sie sich nicht darauf fest, was Sie möchten, wird jede Entscheidung eine Fehlentscheidung sein, mit der Sie unglücklich sind.
 
Fehlerquelle 2: Unzureichende oder falsche Informationen

Um Fehlentscheidungen zu vermeiden, sollten Sie möglichst viele Informationen aus unterschiedlichen Quellen in den Entscheidungsprozess miteinbeziehen. Allzu häufig verlassen sich Entscheidungsträger auf wenige Quellen oder stützen sich auf einseitige Informationen. Achten Sie in jedem Fall auf die Seriosität Ihrer Informationsquellen. Gerade hier lauert die Gefahr, von einer unseriösen Quelle zur jeweils eigenen Vorteilsnahme aufs Glatteis geführt zu werden.
 
Fehlerquelle 3: Entscheidungen nach dem Schwarz-Weiss-Prinzip
Auch wenn es so scheint, dass sich die Gesellschaft zumindest medial immer weiter polarisiert, ist die Wahrheit niemals schwarz oder weiss. Wer sich bei der Entscheidungsfindung auf Extrempositionen stützt, statt Kompromisse zu finden, trifft beinahe sicher einer Fehlentscheidung. Kompromissbereitschaft dagegen erhöht die Wahrscheinlichkeit für bessere Entscheidungen.
 
Fehlerquelle 4: Schnellschüsse
Hören Sie auf den gut gemeinten Rat Ihrer Grossmutter und "schlafen Sie noch einmal eine Nacht" über wichtige Entscheidungen. So können Sie alle Pro- und Contra-Punkte genau abwägen und vermeiden vorschnelle, oft emotional getriebene, Entscheidungen. Wer in Entscheidungsprozesse zu Schnellschüssen neigt, wird seine Entscheidungen häufiger bereuen.
 
5 Tipps für den Umgang mit Fehlentscheidungen

Tipp 1: Verantwortung tragen
Schieben Sie niemals die Verantwortung für eine Fehlentscheidung mit einer Ausrede wie "ich wurde dazu gezwungen" oder "dafür konnte ich nichts" ab. Übernehmen Sie die Verantwortung für Ihre Entscheidung. Stehen Sie dazu, dass Sie sich für eine falsche Alternative entschieden und die Lage falsch eingeschätzt haben. Die Verantwortung für eigene Entscheidungen zu übernehmen, ist ein Zeichen von Grösse.
 
Tipp 2: Fehlentscheidungen verstehen
Forschen Sie nach, welche Umstände zu einer Fehlentscheidung getroffen haben. Fragen Sie sich, ob Sie schlecht informiert waren oder, ob Sie sich von einer Person zu einer Entscheidung haben drängen lassen. Warum ist Ihre Wahl im Nachhinein falsch gewesen? So ergründen Sie die Ursache für Ihre Fehler.
 
Tipp 3: Aus Fehlentscheidungen lernen
Wer die Ursachen für seine Fehlentscheidungen kennt, kann daraus lernen und sie beim nächsten Mal abstellen. Ihre nächste Entscheidung muss nicht perfekt sein. Wichtig ist, dass sie besser ist als die vorige Entscheidung. Sehen Sie es positiv: Sie lernen aus jeder Fehlentscheidung, sodass daraus langfristig immer bessere Entscheidungen werden.
 
Tipp 4: Fehler reparieren
In manchen Fällen besteht die Möglichkeit, einen Fehler durch nachträgliches Eingreifen zu reparieren. Tun Sie das unbedingt, denn nur die wenigsten Fehlentscheidungen sind endgültig. Beharren Sie bitte nicht auf einer offensichtlich falschen Entscheidung, nur um sich diesen Fehler nicht eingestehen zu müssen. Prüfen Sie, welche Massnahmen Sie ergreifen können, um einen Fehler bestmöglich auszubügeln und tun Sie es.
 
Tipp 5: Den Blick nach vorne richten
Es bringt nichts, sich zu ärgern oder verpassten Chancen hinterher zu trauern. Schliessen Sie mit der Situation ab und richten Sie Ihren Fokus nach vorne. Gerade auf der emotionalen Ebene ist das nicht einfach. Kanadische Forscher haben zu diesem Zweck eine erstaunlich einfache Methode entwickelt: Vergleichen Sie sich einfach mit Menschen die eine noch schlechtere Entscheidung getroffen haben. Durch das Hineinversetzten in deren Situation erhöht sich Ihr relatives Wohlbefinden, während der emotionale Stress sinkt. Das ist vielleicht nicht die feine englische Art, aber zielführend.