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Mehr bunt als grau - So können Sie den Herbstblues wirkungsvoll bekämpfen

Veröffentlicht am 24.11.2021 von Fredy Pillinger, Verkaufsleiter ostjob.ch - Bildquelle: Getty Images
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Während sich die einen auf den Herbst freuen, sehen ihm andere mit Sorge entgegen - denn sie wissen, dass mit den Temperaturen auch ihr Stimmungsbarometer fällt. Das Phänomen betrifft rund 20 Prozent der Schweizer*innen und ist als Herbstblues bekannt. Doch fortschreitende Erkenntnisse haben dem saisonalen Ereignis seinen Schrecken genommen - und einige wirkungsvolle Gegenmassnahmen erarbeitet:
Herbstblues aus wissenschaftliche Sicht

Mediziner*innen bezeichnen den Herbstblues als [i]Seasonal Affective Disorder[/i]; das heisst: als saisonal beeinflusste Störung. Sie hat Parallelen zur Frühjahrsmüdigkeit und zu "echten" Depressionen; ihre Symptome sind jedoch nicht ganz so präsent. Dennoch dessen können sie Betroffenen das Leben schwer machen - und sollten entsprechend ernst genommen werden.
 
Herbstblues in der Statistik

Die Anfälligkeit für das saisonale Stimmungstief unterliegt demografischen und geografischen Einflüssen. Inzwischen steht fest, dass Jugendliche und junge Erwachsene häufiger unter Herbstblues leiden als ältere Menschen - und dass Frauen bis zu viermal stärker betroffen sind als Männer. Auch genetische Faktoren spielen eine ausschlaggebende Rolle. Sind enge Familienmitglieder von SAD betroffen, steigt das Risiko für Sie selbst um bis zu 15 Prozent an. Unabhängig von Alter, Geschlecht und Vorbelastung wirkt der Wohnort auf die Ausbildung von Herbstblues ein. Je näher er den Erdpolen ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit von Lichtmangel, der als hauptsächliche Ursache der SAD gilt. Anhaltende Dunkelheit drosselt die Serotonin-Ausschüttung und kann eine Reihe typischer Herbstblues-Symptome mit sich bringen.
 
Herbstblues-typische Symptome

Die ersten Anzeichen sind verhalten; steigern sich jedoch kontinuierlich und manifestieren sich schliesslich genauso, wie der Herbst über die letzten Sommertage siegt. Zu den häufigsten Symptomen eines beginnenden oder bestehenden Herbstblueses gehören:
 
  • ständiges Müdesein und ein hohes Schlafbedürfnis
  • steigender Appetit, der zur Aufnahme größerer Nahrungsmengen und Gewichtszunahme führt
  • verminderte Antriebskraft und Leistungsfähigkeit
  • ein rascher Wechsel zwischen Stimmungshochs und -tiefs
  • zunehmend mehr negative Gedanken, Ansichten und Gefühle
  • das starke Bedürfnis, sich "einzuigeln" und soziale Kontakte zu meiden

 
Herbstblues effektiv vorbeugen und entgegen
Viele erstmals Betroffene versuchen, den anfänglichen Symptomen mit erhöhtem Kaffee-Konsum entgegenzuwirken; andere bemühen sich, das Leistungs- und Stimmungstief durch Pharmazeutika in den Griff zu bekommen. Beides sorgt jedoch nur kurzzeitig für Linderung - und verschiebt den Ausbruch der SAD auf einen unbestimmten Zeitpunkt. Effektiver sind Prophylaxe-Massnahmen wie
 
  • häufiges und regelmässiges Spazierengehen, das dem Körper Luft und Licht zuführt
  • ausreichend, notfalls verlängerter Schlaf
  • Warm-Kalt-Duschen, die den Kreislauf morgens in Schwung bringen
  • nährstoff- und abwechslungsreiche Lebensmittel
  • vitalisierende Duft-Impulse wie sie Schaumbäder, Früchte und Kerzen ausströmen können
  • Musikhören und sich vielleicht sogar zum Tanzen verführen lassen
  • regelmässige Treffen mit Freunden und Familienangehörigen
 
Herbstblues mit speziellen Mitteln bekämpfen
Zur Ergänzung bisher genannter Massnahmen kann eine Licht- und/oder Farbtherapie sinnvoll sein. Dabei wirken verschiedene Helligkeitsgrade und Farbnuancen auf die Hirnanhangsdrüse - die daraufhin Glückshormone ausschüttet und SAD Paroli bietet. Einen gleichfalls verstärkenden Effekt hat freundliches Lächeln oder herzhaftes Lachen. Da es zugleich soziale Kontakte fördert, wirkt es dem Herbstblues doppelt entgegen.