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Work-Life-Blending: Home Office stellt Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor neue Herausforderungen

Veröffentlicht am 04.03.2022 von Henrik Jasek, Verkaufsleiter ostjob.ch - Bildquelle: Getty Images
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Eine aktuelle Studie bringt hervor, dass das Home Office als Arbeitsmodell aus dem Berufsleben nicht mehr wegzudenken ist. Das ist zumindest nach der vom Software Bewertungsportal capterra durchgeführten Work-Life-Blending Studie der mehrheitliche Wunsch der Arbeitnehmer. Warum das so ist, und welche Folgen die fliessenden Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben haben können - mehr dazu hier!
Die Rahmenbedingungen der Work-Life-Blending Studie
 
Nachdem Unternehmer teilweise dazu verpflichtet wurden, insbesondere Büromitarbeiter ins Home Office zu schicken, stellte sich die Frage, wie Arbeitnehmer mit dieser neuen Situation klarkommen. Das gilt insbesondere für das Berufs- und Privatleben, das durch die Arbeit zuhause nicht mehr voneinander getrennt werden kann. Stattdessen sind die Grenzen fliessend. Das ist der Hintergrund der Work-Life-Blending Studie, für die Teilnehmer aus insgesamt neun verschiedenen Ländern befragt wurden. Mit dabei waren Frankreich, die Niederlande, das Vereinigte Königreich, Spanien, Italien, Deutschland, Kanada, Brasilien sowie die Vereinigten Staaten. Aufgrund der Zugehörigkeit der Schweiz zur D-A-CH-Region ist der Fokus der nachfolgenden Ausführungen auf die 299 Teilnehmer aus Deutschland gerichtet.
 
Work-Life-Balance: Home Office versus Büro
 
Noch vor dem Frühstück oder mit der ersten Tasse Kaffee schnell den E-Mail Account checken und vielleicht auf die eine oder andere Nachricht antworten, oder am Wochenende während der Woche Liegengebliebenes abarbeiten, das sind deutliche Anzeichen dafür, dass die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben im Home Office fliessend sind. Doch während sich die einen über die gewonnene Flexibilität freuen, empfinden andere die fehlende Struktur und die ständige Erreichbarkeit als negativ.
 
Und das ist das Arbeitsverhalten der Befragten im Home Office:
 
  • 65 Prozent der Befragten nutzen die Flexibilität des Home Office und arbeiten auch ausserhalb der regulären Arbeitszeiten, nämlich in den frühen Morgenstunden oder am Abend.
  • 61 Prozent der Befragten beantworten oder bearbeiten eingehende Nachrichten sofort.
  • 53 Prozent der Befragten führen geschäftliche Telefonate auch ausserhalb der regulären Arbeitszeiten.
  • 48 Prozent der Befragten geben an, auch an den Wochenenden zu arbeiten.
  • 49 Prozent der Befragten favorisieren die strikte Trennung von Arbeits- und Privatleben im Büro.
  • 36 Prozent der Befragten berichten über ihre Schwierigkeiten, die beruflichen und privaten Aufgaben im Homeoffice zu organisieren und zu bewältigen.
  • 35 Prozent der Befragten leiden darunter, ständig erreichbar sein zu müssen.
 
Und obwohl das Home Office mit einigen Nachteilen verbunden ist, ist ein grosser Teil der Befragten der Meinung, nämlich 59 Prozent, dass sich die Work-Life-Balance im Homeoffice besser umsetzen lässt.
 
Jobzufriedenheit und Motivation: Homeoffice versus Büro
 
Während die Mehrheit der Befragten die Umsetzung der Work-Life-Balance im Home Office als leichter realisierbar bezeichnet, sieht das Meinungsbild in Bezug auf Motivation und Jobzufriedenheit anders aus. Hier halten sich Home Office und Büro die Waage.
 
  • 33 Prozent der Befragten geben an, im Home Office motivierter arbeiten zu können.
  • Bei 35 Prozent der Befragten ist die Motivation im Büro höher.
  • Für 31 Prozent der Befragten macht es keinen Unterschied, ob sie im Büro oder im Home Office arbeiten. In beiden Situationen sei die Motivation gleich hoch.
  • In Bezug auf die Jobzufriedenheit meinen 38 Prozent der Befragten, am Arbeitsplatz zufriedener zu sein.
  • 36 Prozent der Befragten fühlen sich im Home Office zufriedener.
  • Und 25 Prozent geben an, dass sich die Zufriedenheit mit dem Job im Home Office und im Büro nicht voneinander unterscheiden.
 
Eine grosse Zahl der Befragten, nämlich 69 Prozent räumt ein, dass die Zusammenarbeit mit den Kollegen im Büro eindeutig besser funktioniert. Möglicherweise liegt das an der persönlichen Ansprache, am zeitnahen Feedback und der schnellen Erreichbarkeit. Die genannten Zahlen verdeutlichen jedoch auch, dass Menschen und ihre Vorlieben unterschiedlich sind. Während die einen klar umrissene und vorgegebene Strukturen favorisieren, macht es anderen keine Probleme, ihren beruflichen Alltag im Homeoffice eigenverantwortlich zu strukturieren und zu organisieren.
 
Im Ergebnis ist festzuhalten, dass das Home Office auch nach der Pandemie bleiben wird. Tatsächlich hat Corona es geschafft, neue Arbeitsstrukturen mit bleibendem Wert zu schaffen. Und so wünschen sich 34 Prozent der Befragten, ihre Arbeitszeit jeweils zur Hälfte auf Büro und Homeoffice zu verteilen. 28 Prozent der Befragten möchten nur noch ein Viertel der Arbeitszeit im Büro und den Rest im Home Office arbeiten, während 16 Prozent das umgekehrte Verhältnis favorisieren. Lediglich 9 Prozent der Befragten möchten ausschliesslich im Büro und 12 Prozent ausschliesslich zuhause arbeiten. Das sind ganz neue Herausforderungen, die auf Unternehmen und Personaler zukommen.