Schweizer im AHV-Pensionierungsalter: Können sie helfen, den Fachkräftemangel zu bewältigen? - ostjob.ch
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Schweizer im AHV-Pensionierungsalter: Können sie helfen, den Fachkräftemangel zu bewältigen?

Veröffentlicht am 03.03.2023 von Fredy Pillinger, Verkaufsleiter ostjob.ch - Bildquelle: Getty Images
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Die Schweiz leidet stark unter dem Fachkräftemangel. Wir sollten jede Möglichkeit ausschöpfen, um das Problem zu lösen. Dabei verschenken wir leider viele Werte: Zahlreiche Senioren in der Schweiz möchten eigentlich gern weiterarbeiten, anstatt mit dem AHV-Pensionierungsalter in Rente zu gehen.
Hürden für ältere Menschen in der Berufswelt

Sobald Schweizer das 65. Lebensjahr erreichen, gehen sie meist in Pension. Für rund 20 Prozent der aktuellen Jahrgänge kommt da aber nicht in Frage: Sie arbeiten weiter. Eigentlich möchten bis zu 40 Prozent berufstätig bleiben, doch viele scheitern. Es liegt nur selten an gesundheitlichen Einschränkungen, dass die älteren Schweizer in Rente gehen, obwohl sie gern noch ein paar Jahre arbeiten würden.

Problematisch ist vielmehr, dass Arbeitgeber nicht flexibel genug sind und der Staat das Arbeiten über das Rentenalter hinaus nicht ausreichend honoriert. Immerhin scheint sich etwas zu ändern, denn schon im kommenden Jahr greift endlich die AHV Reform. Doch insbesondere Unternehmen sollten mehr tun, um Senioren zu halten. Sie können spezielle Arbeitsmodelle für Ältere schaffen, die sich an den Bedürfnissen der Arbeitnehmer orientieren.

Ältere weiterbeschäftigen: Chancen für Unternehmen

Das hat enorme Vorteile für die Unternehmen. Vor allem der Fachkräftemangel liesse sich lindern. Ältere Schweizer sind häufig erstklassig ausgebildet. Viele arbeiten in Bereichen, in denen in absehbarer Zeit ein Mangel entsteht, sofern dieser nicht bereits aufgetreten ist. Senioren sind oft dazu bereit, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten noch etwas länger an jüngere Generationen zu übertragen.

Gleichzeitig zeichnen sie sich häufig durch eine gelassene und geduldige Lebenseinstellung aus, was sich positiv auf Teams auswirkt. Es gibt also viele Gründe, warum Betriebe Vorteile durch weiterarbeitende Senioren geniessen.

Senioren und Gesellschaft profitieren deutlich

Auch für die Senioren ist das sehr vorteilhaft. Dabei geht es meist gar nicht um finanzielle
Anreize, denn Schweizer Pensionäre stehen oft gut da. Nicht umsonst heisst es: Wer rastet, der rostet. Durch das Weiterarbeiten haben die Älteren eine sinnvolle Aufgabe, sie fühlen sich zudem weiterhin gebraucht und wertgeschätzt.

Auch für die Gesundheit ist das ein Gewinn und davon profitiert auch die Gesellschaft durch niedrigere Gesundheitskosten. Die Senioren haben ein grösseres soziales Netz als in der Pension, eine feste Tagesstruktur und geistige wie körperliche Anregung.