Bedroht die Pensionierung der Babyboomer den Wohlstand in der Schweiz? - ostjob.ch
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Bedroht die Pensionierung der Babyboomer den Wohlstand in der Schweiz?

Veröffentlicht am 08.09.2023 von Fredy Pillinger, Verkaufsleiter ostjob.ch - Bildquelle: Getty Images
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In den kommenden Jahren gibt es in der Schweiz eine hohe Welle der Pensionierung. Die
geburtenstarke Generation der Babyboomer beendet regulär das Arbeitsleben. Experten beziffern die Lücke auf 30.000 offene Stellen, die von jungen Fachkräften besetzt werden müssen. Die Regierung muss Massnahmen ergreifen, da ansonsten der Wohlstand bedroht sein könnte.
Geburtenstarker Jahrgang geht in die Pensionierung

Die 1960er Jahre waren nicht nur in der Schweiz, sondern auch in vielen anderen Ländern Europas mit vielen Geburten gesegnet. Die Nachkriegszeit war überstanden, den Menschen ging es gut und die Familie hatte einen hohen Stellenwert. In den letzten beiden Jahrzehnten hat ein demografischer Wandel eingesetzt. Die Geburten sind stark zurückgegangen. Dies hat in Gestalt des Fachkräftemangels bereits Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.

Besonders in der Pflege und im Handwerk fehlt der Nachwuchs. Der Austritt der Babyboomer aus der Arbeitswelt verschärft das Problem. Im schlimmsten Falle könnte sich die Pensionierung der Babyboomer negativ auf den Wohlstand in der Schweiz auswirken. Wenn die offenen Stellen nicht besetzt werden können, steht die
Wirtschaft vor einem gravierenden Problem. Doch es gibt Wege, die offenen Stellen zu besetzen.

Massnahmen der Politik sind gefragt

Die Politik muss Massnahmen ergreifen, um dem Fachkräftemangel entgegenzusteuern, der durch die Pensionierung der Babyboomer ausgelöst wird. So könnten die Betreuungsangebote für Kinder ausgebaut werden. Dies ermöglicht den Eltern, in Vollzeit arbeiten zu gehen. Viele moderne Eltern wünschen sich das, können es aber aufgrund fehlender Betreuungsmöglichkeiten nicht realisieren.

Heiratsstrafe abschaffen

Die Heiratsstrafe benachteiligt Paare, die verheiratet sind, beide arbeiten und ein sehr gutes Einkommen haben. Die Steuerlast kann sich im Vergleich mit einem unverheirateten Paar um einen vierstelligen Betrag im Jahr erhöhen. Dies wollen Paare vermeiden und entscheiden sich häufig für eine verkürzte Tätigkeit. So wird das Einkommen reduziert und Steuern werden gespart. Die Arbeitskräfte fehlen auf dem Arbeitsmarkt. Es gibt Politiker, die sich für die Abschaffung der Heiratsstrafe einsetzen.

Werden diese Massnahmen umgesetzt, ist es möglich, im Jahr bis zu 300.000 Arbeitskräfte zu gewinnen.

Zuwanderung bringt Fachkräfte

Durch die Zuwanderung werden schon jetzt zahlreiche Arbeitskräfte gewonnen. Dies kann auch in Zukunft eine Lösung sein. Allerdings bedingt die Zuwanderung von Fachkräften einen Anstieg der Bevölkerungszahlen. Dem möchte die SVP durch eine Nachhaltigkeitsinitiative Einhalt gebieten: Bis zum Jahre 2050 soll die Bevölkerung in der Schweiz eine Zahl von 10 Millionen nicht überschreiten.

Dies wäre aber der Fall, wenn Fachkräfte durch Zuwanderung gewonnen werden sollen. Die Diskussionen werden weitergehen. Fakt ist jedoch: Wenn der Wohlstand in der Schweiz aufrechterhalten werden soll, müssen Massnahmen ergriffen werden. Sonst schrumpfen die Fachkräfte durch die Pensionierung der Babyboomer um etwa 30.000 im Jahr. Dies kann die Wirtschaft ohne ein Entgegensteuern nicht kompensieren.