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Eltern verschwenden ihr Vermögen - was können die Kinder tun?

Veröffentlicht am 07.06.2024 von Fredy Pillinger, Verkaufsleiter ostjob.ch - Bildquelle: Getty Images
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Das Geld ist in vielen Familien ein Streitpunkt, der schnell zu ernsten Konflikten führen kann:
Wenn Eltern viel haben, hegen Kinder mitunter den Anspruch auf Beteiligung. Vom Gesetz wegen steht ihnen dieser Anspruch nicht zu. Doch wie sieht es mit einer moralischen Verpflichtung aus? Dürfen Eltern ihr Vermögen verprassen oder müssen sie zu Lebzeiten bereits an den Nachwuchs denken?
Das Vermögen gehört den Eltern

Kinder erben, wenn die Eltern verstorben sind. Abhängig von den Strukturen in der Familie bekommen Sie den gesamten Nachlass oder nur einen Pflichtteil. Solange die Eltern leben, haben sie keinen Anspruch und keinen Zugriff auf das Vermögen. Es sei denn, die Eltern möchten ihre Kinder freiwillig bedenken.

Dies ist im Rahmen von Schenkungen möglich. Somit scheint es zunächst klar zu sein, dass die Eltern mit ihrem Geld machen können, was sie wollen. Die Kinder müssen im schlimmsten Falle zuschauen, wie sich die Eltern ein neues Auto kaufen und eine teure Flugreise buchen, während sie selbst unter der hohen Miete für die kleine Wohnung leiden. Doch ändern können sie nichts.

Moralische Bedenken, aber keine Verpflichtung

Moralisch dürfen Kinder eine mögliche Verschwendungssucht der Eltern durchaus hinterfragen. Doch ändern werden sie ihre Eltern in der Regel nicht. Es gibt auch keine moralische Verpflichtung, dass Eltern ihren Kindern ein besseres Leben ermöglichen möchten. Viele haben in jüngeren Jahren sehr hart gearbeitet und wollen im Alter einfach nur ihr Leben geniessen.

Sie stehen auf dem Standpunkt, dass die Kinder genauso hart arbeiten können. Dass sich die Zeiten geändert haben, wollen viele nicht wahrhaben. Doch manchmal sind die Familienstrukturen so zerbrechlich, dass jeder lieber an sich selbst denkt. Es gibt auch den umgekehrten Fall: Altersarmut bei den Eltern, ein sehr gutes Einkommen bei den Kindern. Und auch hier gibt es keine Verpflichtungen der gegenseitigen Unterstützung.

Hilfe sollte immer freiwillig bleiben

Es bringt wenig, innerhalb der Familien eine grosse Aussprache herbeizuführen. Wenn Eltern nicht helfen möchten und ihr Leben geniessen, haben sie dafür häufig gute Gründe. Hilfreicher ist es, sich auf sich selbst zu fokussieren und trotz einer gewissen Verschwendungssucht zu den Eltern zu halten. Vielleicht erkennen sich, dass Geld auszugeben auch dann glücklich macht, wenn die eigenen Kinder profitieren. Wenn nicht, können es Kinder nicht ändern. Vielleicht ist es ein guter Weg, es bei den eigenen Kindern besser zu machen: Oftmals kopieren Kinder im Erwachsenenalter das Verhalten ihrer Eltern. Dabei ist es ein guter Weg, das Vermögen in der Familie zu halten.

Wenn die Eltern es nicht schaffen, können sich Kinder selbst etwas aufbauen und das an die Kindeskinder weitergeben. Oftmals bringt diese Geste einen grösseren inneren Frieden als ein neues Auto oder eine Kreuzfahrt. Doch das muss jeder Mensch selbst erkennen.