Lebenslanges Lernen ist längst mehr als ein Schlagwort. Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und neue Anforderungen verändern viele Berufsbilder laufend. Wer seine Kenntnisse aktuell hält und neue Kompetenzen entwickelt, verbessert deshalb die eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
Doch Weiterbildung kostet Zeit und häufig auch Geld. Welche Unterstützung können Arbeitnehmende dabei von ihrem Arbeitgeber erwarten?
Grundsätzlich sind Arbeitnehmende selbst dafür verantwortlich, ihre beruflichen Kompetenzen weiterzuentwickeln. Gleichzeitig haben auch Unternehmen ein Interesse daran, dass das Wissen ihrer Mitarbeitenden aktuell bleibt.
Deshalb unterstützen viele Arbeitgeber Weiterbildungen freiwillig – beispielsweise mit finanziellen Beiträgen, zusätzlichen freien Tagen oder flexibleren Arbeitszeiten. Ein allgemeiner Anspruch darauf besteht jedoch nicht automatisch.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen freiwilligen und angeordneten Weiterbildungen.
Verlangt der Arbeitgeber eine Schulung oder ist diese aufgrund der beruflichen Tätigkeit gesetzlich erforderlich, zählt die dafür notwendige Zeit grundsätzlich als Arbeitszeit.
Anders sieht es bei einer Weiterbildung aus, die Sie aus eigenem Interesse absolvieren. Möchten Sie beispielsweise zusätzliche Qualifikationen für Ihre weitere Karriere erwerben, sollten Sie mit dem Arbeitgeber besprechen, ob und in welchem Umfang er Sie dabei unterstützt.
Arbeitgeber können Weiterbildungen auf unterschiedliche Weise fördern. Neben einer vollständigen oder teilweisen Kostenübernahme kommen beispielsweise zusätzliche freie Tage, flexible Arbeitszeiten oder eine Reduktion des Pensums infrage.
Auch interne Schulungen, Mentoring oder die Mitarbeit an neuen Projekten können wertvolle Formen der beruflichen Weiterentwicklung sein.
Bei umfangreicheren Weiterbildungen empfiehlt es sich, die Bedingungen schriftlich festzuhalten. Dazu gehören insbesondere Kostenbeteiligung, Arbeitszeit, Abwesenheiten und mögliche Rückzahlungsvereinbarungen.
Übernimmt ein Unternehmen einen erheblichen Teil der Kosten einer freiwilligen Weiterbildung, kann beispielsweise vereinbart werden, dass bei einem frühzeitigen Austritt ein Teil zurückbezahlt werden muss. Die konkrete Ausgestaltung sollte deshalb vor Beginn geklärt werden.
Wer sich weiterbilden möchte, sollte nicht darauf warten, dass der Arbeitgeber von sich aus ein Angebot macht. Bereiten Sie das Gespräch gut vor und zeigen Sie, welchen Nutzen die Weiterbildung für Ihre Tätigkeit und das Unternehmen bringt.
Je klarer der Mehrwert erkennbar ist, desto besser stehen häufig die Chancen auf Unterstützung.
Weiterbildung stärkt die eigene Arbeitsmarktfähigkeit und kann gleichzeitig für Unternehmen eine wertvolle Investition sein. Entscheidend ist, frühzeitig das Gespräch zu suchen und transparent zu klären, wer welche Kosten und welchen Zeitaufwand übernimmt.