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Wie gehe ich bei der Analyse eines Stelleninserats vor?

Veröffentlicht am 03.06.2022 von Fredy Pillinger, Verkaufsleiter ostjob.ch - Bildquelle: Getty Images
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Der Bewerbungsprozess beginnt mit der Analyse des Stelleninserats, die die erste Hürde zum neuen Job ist. Da vom Inhalt der Stellenanzeige massgeblich die inhaltliche Gestaltung des Lebenslaufs sowie des Bewerbungsschreibens abhängen, ist es wichtig, das Inserat zu verstehen. Dazu gehört auch, zwischen den Zeilen zu lesen und das Personalerdeutsch zu entschlüsseln. Wie das gelingt - informieren Sie sich hier.

Inhalt einer klassischen Stellenanzeige

Eine klassische Stellenanzeige besteht regelmässig aus fünf Blöcken, nämlich
  • Darstellung des Unternehmens
  • Beschreibung der ausgeschriebenen Stelle
  • Qualifikationen und Anforderungen
  • Hinweise zu Details der ausgeschriebenen Stelle, zum Beispiel die Vergütung Seite: 5 von 8
  • Kontaktdaten, gegebenenfalls Ansprechpartner und gewünschte Bewerbungsform
Um ein Stelleninserat analysieren zu können, ist es wichtig, jeden dieser einzelnen Blöcke näher zu betrachten.

1. Darstellung des Unternehmens
Das Unternehmen stellt sich in einem Stelleninserat vor. Hier erhalten Sie zum Beispiel Angaben zur Branche oder zu den Produkten und Dienstleistungen des Unternehmens. Meistens fallen die Angaben spärlich aus, sodass es sich lohnt, sich im Internet und auf den Unternehmenswebseiten genauer zu informieren. Achten Sie beim Lesen dieses Abschnitts im Stelleninserat sowie bei der Recherche auf Ihr Bauchgefühl. Es ist eine Orientierungshilfe für die Entscheidung, ob Sie sich auf diese Stelle bewerben oder nicht.

2. Beschreibung der ausgeschriebenen Stelle
Oftmals wird ein Stellenangebot mit einer englischsprachigen Stellenbezeichnung überschrieben. Eindrückliche Beispiele sind der Facility Manager, der ein Platzhalter für den Hausmeister ist, oder der Key Account Manager, der nichts anderes ist als ein Kundenbetreuer, allerdings für die wichtigsten Kunden eines Unternehmens. Lassen Sie sich von englischsprachigen Stellenbezeichnungen
nicht abschrecken, sondern orientieren Sie sich an dem jeweiligen Aufgabengebiet, das Sie im Internet recherchieren können.

3. Qualifikationen und Anforderungen
Ihr Hauptaugenmerk sollte sich auf den Abschnitt Qualifikationen und Anforderungen richten. Hier lohnt es sich, ein Stück Papier zur Hand zu nehmen, um die wichtigsten Muss- Anforderungen und Kann-Anforderungen festzuhalten und näher zu beleuchten. Muss-Anforderungen müssen zwingend erfüllt werden, denn sie sind die Voraussetzung dafür, dass die Stelle überhaupt ausgeübt werden kann. Beispiele für Muss-Anforderungen sind Formulierungen wie "es wird vorausgesetzt", "sind unbedingt notwendig", "wir erwarten", "gesucht werden Bewerber mit" oder "ist Voraussetzung".
Im Gegensatz dazu brauchen Sie die Kann-Kriterien nicht vollumfänglich zu erfüllen. Je mehr Kann-Anforderungen Sie nachweisen, umso grösser ist Ihre Chance, den Job zu bekommen und sich gegen Konkurrenten durchzusetzen. Kann-Anforderungen erkennen Sie zum Beispiel an Formulierungen wie "gerne auch Erfahrungen mit", "wünschenswert ist", "idealerweise verfügen Sie" oder "erwünscht sind".

4. Hinweise zu Details der ausgeschriebenen Stelle
Der Abschnitt, in denen Sie Details der ausgeschriebenen Stelle erfahren, zum Beispiel den Eintrittstermin oder die Vergütung, ist meist sehr kurz gehalten. Sofern die Höhe des Gehalts genannt wird, können Sie prüfen, ob dieser Verdienst angemessen ist. Mithilfe eines Brutto-Netto-Rechners können Sie errechnen, wie hoch Ihr Netto-Gehalt nach Abzug von Sozialabgaben und Steuern ist.

5. Kontaktdaten und gewünschte Bewerbungsform
Am Ende des Stelleninserats stehen die Kontaktdaten und gegebenenfalls ein Ansprechpartner, den Sie Seite: 6 von 8 bei Fragen kontaktieren können. Dieser Abschnitt enthält ausserdem Angaben darüber, in welcher Form Sie Ihre Bewerbung übermitteln sollen, per E-Mail, per Post oder über ein Online-Bewerbungsformular. Beachten Sie diese Angaben unbedingt, da es ansonsten passieren kann, dass Ihre Bewerbung im Rahmen des Bewerbungsprozesses nicht berücksichtigt wird. Abschliessend ist festzuhalten, dass Stelleninserate regelmässig den Idealkandidaten beschreiben. Insofern sind die Anforderungen meist unrealistisch hoch. Sofern Sie rund 70 Prozent der Anforderungen erfüllen und Ihnen der Job gefällt, sollten Sie auf jeden Fall eine Bewerbung schreiben und abschicken.