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Offene Stellen in der Schweiz - in welchen Branchen?

Veröffentlicht am 05.08.2022 von Fredy Pillinger, Verkaufsleiter ostjob.ch - Bildquelle: Getty Images
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Die Wirtschaft in der Schweiz floriert wieder. Was jetzt fehlt, sind Arbeitskräfte. 114´000 offene Stellen hat das Bundesamt für Statistik (BfS) Ende Mai 2022 gezählt. Das sind rund 43´000 Stellen mehr als noch Anfang 2021. Vom Fachkräftemangel betroffen sind alle Branchen, wobei 5 besonders unter dem Arbeitskräftemangel leiden.

5 Branchen besonders vom Arbeitskräftemangel betroffen

Die Rekrutierung von Personal gestaltet sich aktuell in allen Branchen schwierig. Konnten
Gastronomie und Hotellerie nach einer längeren Zeit der Einschränkungen endlich wieder aufatmen, leidet diese Branche nun besonders an einem Mangel an Arbeitskräften. Viele Mitarbeiter sind in andere Branchen abgewandert, weil sie sich die durch die Corona-Krise bedingten finanziellen Einbussen einfach nicht leisten konnten.

Ähnlich sieht es in der IT-Branche und im Maschinenbau aus, wobei beide Branchen bereits seit Jahren unter einem Fachkräftemangel leiden. Während die IT-Branche männerdominiert ist, fehlen im Maschinenbau Spezialisten. Oftmals ist es Unternehmen zu teuer oder einfach fachlich nicht möglich, Ingenieure für bestimmte Maschinen zu qualifizieren.

Also bleibt so manche Stelle unbesetzt. Nicht viel besser sieht es im verarbeitenden Gewerbe, bei der Herstellung von Waren sowie im Gesundheits- und Sozialwesen aus. Aktuell werden in der Schweiz mehr als 19´300 Lebensmittelproduzenten, Automatiker, Chemietechnologen und Schreiner gesucht.

Auch der Hoch- und Tiefbau zählt zu den boomenden Sektoren, da zahlreiche Bauprojekte wegen der Corona-Krise zeitlich verschoben wurden, sodass ein enormer Nachholbedarf besteht.

Arbeitskräftemangel in der Schweiz - was nun?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken. Und tatsächlich sind bereits einige Massnahmen getroffen worden, um die Situation zu verbessern, nämlich diese:
  • Der Verband GastroSuisse hat einen Fünf-Punkte-Plan entwickelt, mit dessen Hilfe das Image von Gastronomie und Beherbungsbetrieben nachhaltig verbessert werden soll. Zu den Massnahmen gehören unter anderem zeitgemässe Lohn- und Arbeitsmodelle sowie eine Schulung von Führungspersonal zu den Themen Wertschätzung und Mitarbeiterführung. Auch Quereinsteiger sollen die Möglichkeit bekommen, sich nachzuqualifizieren.
     
  • Die IT-Branche will den Anteil an weiblichem Fachpersonal deutlich erhöhen. So haben im Jahr 2019 gerade mal 7,2 Prozent Frauen eine Grundausbildung zur Informatikerin absolviert. Unter anderem sollen der Bund, die Kantone und die Gemeinden dazu angehalten werden, Frauen in MINT-Fächern zu fördern. Flexible Arbeitsmodelle sowie ein höheres Gehalt und Weiterbildungsmöglichkeiten sollen die IT-Branche für Frauen attraktiver werden lassen.
     
  • Die Stärkung von MINT-Fächern ist auch für die Maschinenbau-Branche eine Option für die Gewinnung von Arbeitskräften. Auch die Zuwanderung wird als geeignete Massnahme angesehen.
     
  • Eine weitere Massnahme ist, Unternehmen verstärkt dazu anzuhalten, wieder vermehrt selbst auszubilden. Hier sind unter anderem der Bund, die Kantone und die Gemeinden gefragt.
     
  • Es lohnt sich auch, innerhalb der eigenen Belegschaft nach Mitarbeitern zu suchen, die sich für neue Aufgaben qualifizieren und entsprechend ausgebildet werden.
     
  • Auch die Weiterbeschäftigung von Mitarbeitern, die bereits in Pension sind, ist eine interessante Option. Die jüngeren Arbeitnehmer profitieren vom Fachwissen und von der Erfahrung älterer Menschen, und auch der Generationenmix innerhalb eines Teams schafft allerbeste Voraussetzungen für den Wissenstransfer.

Ein viel zu wenig genutztes Potenzial sind zum Beispiel Arbeitslose oder Soloselbstständige, die in Zeiten von Corona beruflich in Schwierigkeiten geraten sind. Diese Menschen haben meistens eine Berufsausbildung und Berufserfahrung in der Tasche, sodass es aufgrund der Vorkenntnisse einfacher ist, sie weiterzubilden oder entsprechend zu qualifizieren.

Abschliessend ist festzuhalten, dass der Mangel an Arbeitskräften in vielen Bereichen hausgemacht ist. Haben sich in früheren Jahren eine grosse Anzahl von Bewerbern auf eine Stelle beworben, hat sich diese Situation nun umgekehrt. Es wird allerhöchste Zeit für Arbeitgeber, eine vernünftige Personalplanung zu machen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und höhere Gehälter zu zahlen.